Wissen hilft

Urlaub – das steht für eine unbeschwerte Zeit, Spaß und Erholung.

Manches Mal gibt es allerdings Berichte in den Medien, die die sorgenfreie Urlaubsfreude beeinträchtigen und Gäste wie auch Einheimische verunsichern. Oft geht es hierbei um wiederkehrende, meist saisonal bedingte und natürliche Vorkommnisse wie ein erhöhtes Vorkommen von Feuerquallen, Unterströmungen, gefährliche Bakterien oder giftige Fische.

Mit unserem Fakten-Check möchten wir aufklären und differenziert informieren.
Wie real ist die Gefährdung? Muss ich mir um mich und meine Familie Sorgen machen? Betrifft das Thema auch speziell meinen Urlaubsort? Was gilt es zu beachten und wie kann ich eine Gefährdung vermeiden? Was tue ich, wenn ich betroffen bin?

Diese und weitere Fragen beantworten die jeweiligen Informationen, die wir hier zusammengetragen haben.
Zudem findest du weiterführende Links, wenn du noch mehr über das jeweilige Thema wissen möchtest.*

TOURIST-INFO
Lübecker Bucht

Strandallee 134
23683 Scharbeutz

Telefon: +49 4503 7794-100
Fax: +49 4503 7794-200
E-Mail: urlaub@luebecker-bucht-ostsee.de

Das neuartige Coronavirus

Das Coronavirus (SARS-CoV-2) verbreitet sich aktuell auch in Deutschland und in verschiedenen Lebensbereichen ergeben sich hieraus Konsequenzen. Unter anderem werden Freizeitaktivitäten und auch Urlaub reglementiert. Da sich die Nachrichtensituation schnell verändert und stets neue Informationen bekannt werden, die auch deinen Urlaub in der Lübecker Bucht betreffen, haben wir diesem Thema einen eigenen Raum auf unserer Website eingeräumt.
Hier teilen wir alle Informationen mit dir, die wir von offizieller Stelle erhalten – mit dem Ziel in der aktuellen Situation Orientierung zu bieten und Hilfestellung zu leisten.

Weitere Informationen findest du hier auf unserer Website >>

Vibrionen - Bakterien im Meer

Vibrionen ist die umgangssprachliche Bezeichnung für Bakterien der Gattung Vibrio. Sie sind ein in salzhaltigen Gewässern natürlich vorkommendes Bakterium. Bei einem Temperaturanstieg des Gewässers auf mehr als 20 Grad wird das Wachstum und die Ausbreitung der Bakterien begünstigt. In Ausnahmefällen besteht Gefahr für immungeschwächte, ältere Personen oder auch Patienten mit Lebererkrankungen oder HIV. Zwei in warmem Salzwasser vorkommende Vibrionenarten können für schwere Magendarminfektionen und Weichteilinfektionen verantwortlich sein. Für gesunde Menschen sind die Bakterien ungefährlich.

Mehr erfahren über VIBRIONEN

Vibrionen sind ein natürlich vorkommendes Bakterium. Seit 1994 ist bekannt, dass diese sogenannten Stäbchenbakterien ein natürlicher Bestandteil salzhaltiger Gewässer sind, die auch in der Nord- und Ostsee vorkommen.

Bei niedrigen Temperaturen leben die Vibrionen im Meeresboden. Bei einem Temperaturanstieg des Gewässers auf mehr als 20 Grad wird das Wachstum und die Ausbreitung der Bakterien begünstigt.

Für gesunde Menschen sind die Bakterien ungefährlich. Schwangerschaft und junges Lebensalter sind kein Risikofaktor, gehen also nicht mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko einher.

Nur in Ausnahmefällen besteht Gefahr für immungeschwächte, ältere Personen oder auch Patienten mit Lebererkrankungen oder HIV. Infektionen mit Bakterien der Gattung Vibrio sind verhältnismäßig selten. Aufgrund ihres teilweise dramatischen Ausgangs erregen sie allerdings oft einiges Aufsehen.

Die Inkubationszeit für Infektionen mit Vibrionen beträgt 12 bis 72 Stunden. Symptome einer Infektion sind Schüttelfrost, Durchfall, Fieber und blasenbildender Hautausschlag. Eine zügige Therapie mit Antibiotika kann den Krankheitsverlauf stark mildern.

Ein generelles Badeverbot ist in Nord- und Ostsee nicht angezeigt, da es sich nicht um eine Gefährdung der Allgemeinbevölkerung handelt. Für die Allgemeinheit lassen sich keine Konsequenzen ableiten, da neben verschiedenen Umweltfaktoren vor allem auch die individuelle oben beschriebene Konstitution eine wichtige Rolle spielt.

Mehr zum Thema:

Stand der Information: September 2019

Feuerquallen – unangenehm aber in der Regel ungefährlich

Feuerquallen erkennt man an ihrer dunkelroten bis gelben Färbung und ihrem kompakt aussehenden Quallenkörper. Auffällig sind zudem die sehr langen Tentakeln. Hierauf sitzen zahlreiche Nesselzellen, die bei Berührung das hautreizende Nesselgift freisetzen und dadurch Verbrennungen verursachen können.
Weil der Kontakt mit Feuerquallen wirklich unangenehm ist, solltest du ihnen - wie auch Brennnesseln oder Disteln - aus dem Weg gehen. Da Feuerquallen in der Nordsee beheimatet sind, kommen sie in der Ostsee nur temporär bei entsprechenden Winden und Strömungen vor.

Mehr erfahren über FEUERQUALLEN

Wiederkehrend spielen Feuerquallen in den Medien eine Rolle und oft sind die Badegäste dann verunsichert, ob sie noch den Sprung in die Ostseewellen wagen sollen – oder lieber nicht.

Drei grundlegende Informationen vorab:

  • Der Kontakt mit Feuerquallen ist für Menschen wirklich unangenehm.
  • Der Kontakt mit Feuerquallen ist für gesunde Menschen ungefährlich.
  • Feuerquallen kommen in der Ostsee nur temporär vor, denn beheimatet sind sie in der Nordsee.
    Weil der Kontakt mit Feuerquallen wirklich unangenehm ist, solltest du ihnen - wie auch Brennnesseln oder Disteln - aus dem Weg gehen.

Feuerquallen erkennt man an ihrer dunkelroten bis gelben Färbung und ihrem kompakt aussehenden Quallen­körper. Auffällig sind zudem die - im Verhältnis zum Körper - sehr langen Tentakeln. Hierauf sitzen zahlreiche Nesselzellen, die bei Berührung das haut­reizende Nesselgift freisetzen und dadurch Verbrennungen verursachen können.

Die einheimische, harmlose Ohrenqualle, die man ebenfalls in der Ostsee antreffen kann, erkennt man an den vier Ringen in der Mitte des Quallenkörpers. Ursprünglich dachte man, die Ringe seien die Ohren der Qualle, wodurch sie ihren Namen erhielt. Tatsächlich sind es aber die Fortpflanzungsorgane. Weibliche Ohrenquallen tragen Eier, die sich farblich vom durchsichtigen Körper unterscheiden. So kann auf den ersten Blick eine weibliche Ohrenqualle mit einer Feuerqualle verwechselt werden. Hier gilt es genauer hinzuschauen: hat die Qualle die vier Ringe, ist es keine Feuerqualle.

Bist du mit einer Feuerqualle in Berührung gekommen, brennt die Haut, ähnlich wie bei einer Berührung mit Brennnesseln, teils allerdings stärker. Bei empfindlichen Personen und nach wiederholtem Kontakt können auch heftige allergische Reaktionen mit Herz-Kreislauf-Störungen bis zum Kollaps auftreten.

Gut zu wissen: Auch bei an den Strand gespülten Feuerquallen kannst du dich noch verbrennen, weil ihre Nesselzellen noch aktiv sind.

Die Feuerqualle lebt in der Nordsee und wird, besonders im Spätsommer, zeitweilig durch Wind und Strömung in die Ostsee getrieben. Lässt der Wind nach, treiben die Quallen wieder in die heimatliche Nordsee zurück. Das erklärt, warum an einem Tag an der Ostsee das Wasser und der Strand voller Quallen sein kann und am nächsten Tag findet sich kaum noch ein Tier hier – dann hat schlicht der Wind gedreht hat und du kannst wieder ganz entspannt baden und schwimmen.

Wenn du im Wasser mit einer Feuerqualle in Berührung geraten bist, dann solltest du:

  • zügig das Wasser verlassen
  • unnötige Bewegungen vermeiden
  • eventuell noch anhaftende Fäden mit Salzwasser anfeuchten (nicht spülen) und mit feinem Sand bestreuen, leicht antrocknen lassen (das fixiert die Nessel­kapseln) und mit einem stumpfen Gegenstand (beispielsweise einer Kreditkarte) vorsichtig abschaben
  • geeignet sind auch Rasierschaum oder Speiseessig (hat man nur meist nicht dabei)
  • danach bei Bedarf mit Kühl-Akkus oder entsprechenden Gels / Salben aus der Apotheke kühlen
  • wende dich auch gerne an Rettungsschwimmer, die zur Badesaison an den meisten Stränden der Lübecker Bucht vor Ort sind
  • Was du nicht tun solltest: Mit Süßwasser oder Alkohol spülen oder mit dem Handtuch reiben – das bringt die Nesselkapseln zum Platzen und die Schmerzen werden stärker.

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Stand der Information: September 2019

Seegras und Algen – warum sie manchmal da sind und meistens nicht

Seegras und Algen – sogenannte Treibsel – sind ein ganz natürliches Phänomen an der Küste; ebenso wie Wellen, Strand und Muscheln. Eigentlich ist Treibsel sogar ein gutes Zeichen, denn es steht für eine gesunde Meeresnatur. Zur Badesaison können Seegras und Algen jedoch das Strandvergnügen etwas einschränken. Daher reinigen unsere Gemeinden regelmäßig und mit enormem Aufwand die Badestrände. Hierbei wird mit eigens entwickelten Geräten dafür gesorgt, dass zwar das Treibsel weggesammelt wird, der schöne Sand jedoch liegenbleibt.

Mehr erfahren über SEEGRAS UND ALGEN

Strandreinigung nach Plan

Die Strandreinigung in der Lübecker Bucht erfolgt nach genauen Richtlinien. Start der Strandreinigungen ist kurz vor den ersten Ferien im Jahr. Dann erfolgt zunächst die Grundreinigung, bei der der komplette Sand 20 cm tief durchgesiebt wird. Ist der Strand sauber, stellen die Strandkorbvermieter ihre Körbe raus und sorgen im Folgenden für Sauberkeit zwischen ihren Strandkörben. Bis zu den Sommerferien erfolgt die Strandreinigung mit großen Geräten zunächst vorwiegend am Wochenende; während der Sommerferien auch unter der Woche. Dann wird täglich kontrolliert, wie viel Treibsel angespült wurde, so dass jeden Tag neu auf die aktuelle Situation reagiert werden kann. Bei Bedarf rücken die Strandreiniger dann früh morgens an den Strand und machen Klar Schiff. Nach den Sommerferien und bis nach den Herbstferien erfolgt die Reinigung dann wieder nur noch an den Wochenenden. Im Winter und bis zur nächsten Badesaison stehen unsere Strände dann ganz im Zeichen der Natur – da wird nicht gereinigt.

Mal mehr – mal weniger

Die Menge des Treibsels richtet sich im Wesentlichen nach zwei Umweltfaktoren: dem Wind und den Temperaturen. Bei Ostwind wird mehr Treibsel an unsere Strände gespült. In der Lübecker Bucht gibt es zudem einige Seegrasbänke, von denen sich bei Sturm etwas loslösen kann. Algen vermehren sich bei länger anhaltenden, warmen Temperaturen. Erwärmt sich in Folge das Meer, gibt es mehr Algen.

Wusstest du schon, dass...
… unsere Naturstrände nicht gereinigt werden und dass das ist auch gut so ist? Treibsel sind nämlich ein natürlicher Küstenschutz und Lebensraum für viele Organismen am Strand – vor allem Vögel. An Naturstränden erledigen die Wellen den Job der Strandreinigung und holen das Treibsel irgendwann wieder zurück ins Meer.

… Strandreinigung nichts für Langschläfer ist? Weil der Betrieb der großen Geräte am Tag zwischen den Strandgästen zu gefährlich wäre, startet die Strandreinigung im Sommer zwischen 2 Uhr und 3 Uhr morgens.

… es Tage geben kann, an denen selbst unsere fleißigen Strandreiniger nicht hinterherkommen? Manchmal weht ein starker (Ost-)Wind, der den Tag über immer wieder neue Treibsel an den Strand drückt. Selbst, wenn morgens gereinigt wurde, kann es dann also sein, dass du noch auf Seegras und Algen am Strand triffst. Dann hilft tatsächlich nur ein bisschen Geduld – der Wind dreht wieder und mit Sicherheit rücken die Strandreiniger mit ihren Geräten am nächsten Morgen gleich wieder an.

… nur die Algen riechen, das Seegras aber nicht?
Grundsätzlich ist zu unterscheiden: Seegras hat nur einen optischen Effekt – der Strand sieht nicht mehr so schön hell aus, Algen hingegen entwickeln an Land einen teils recht intensiven Geruch. Dieser entsteht bei dem natürlichen Zersetzungsprozess unter dem Einfluss von Sonne und Sauerstoff.

Hier findest du weitere spannende Infos rund um Ostsee-Treibsel:
https://posima.de/

Bernstein oder Phosphor – das ist hier die Frage

Jeder tut es gerne – ob groß oder klein. Bei einem Strandspaziergang schweift nahezu unweigerlich der Blick über den Sand und man hofft, eine schöne Muschel, einen besonderen Stein oder aber ein Stückchen Bernstein zu finden. Bei letzterem ist jedoch Vorsicht geboten, denn es gibt etwas, das dem Bernstein zum Verwechseln ähnlich sieht, das jedoch kein so freudiger Fund ist. Die Rede ist von Phosphor. Um ganz sicher zu gehen, dass es sich wirklich um Bernstein handelt, gibt es ganz klare Verhaltensregeln, an die sich jeder halten sollte.

Mehr erfahren über BERNSTEIN ODER PHOSPHOR

Eins vorweg:
Selbst versierte Bernsteinsammler können Phosphor am Strand kaum von Bernstein unterscheiden. Darum sollte man als Gelegenheitssammler gar nicht erst versuchen, es besser zu wissen.

Wenn sammeln, dann richtig

Direkt in dem Moment, in dem man den vermeintlichen Bernstein findet, gibt es schon etwas Wichtiges zu beachten: der Fund wird nicht am Körper aufbewahrt und auch nicht in die Hose- oder Hemdtasche gesteckt. Nur in einem gesonderten Metallbehälter, beispielsweise einem Blecheimer oder eine Blechdose, sollte man die Strandbeute mitnehmen. Da Phosphor erst im trockenen Zustand brennen kann, ist es bis zur genauen Identifikation auch sinnvoll, den Fund feucht zu lagern. Alternativ kann auch ein mit Wasser gefülltes Glasgefäß mit Deckel als Transportgefäß dienen.

Generell gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Zur Bestimmung des Fundes sollte dieser dann auf einen Porzellanteller oder ein anderes nicht brennbares Teil gelegt werden. Warum? Ist es doch Phosphor und nicht Bernstein, dann ist er nicht nur hochgiftig, sondern kann sich im getrockneten Zustand selbst entzünden und somit zu Verletzungen führen.

Falls der gelbliche Fund tatsächlich plötzlich zu rauchen anfängt, sollte der Rauch auf keinen Fall eingeatmet werden, da er gesundheitsschädlich ist. Der brennende Phosphor kann nicht mit Wasser, sondern nur mit Sand oder besonderen Feuerlöschern gelöscht werden. Alternativ hierzu kann man den Phosphor auch kontrolliert abbrennen lassen. Wichtig ist dabei, genügend Abstand zu halten.

Um wirklich ganz sicher zu gehen, dass es sich um Bernstein handelt, sollten Fundstücke, die bereits getrocknet sind und sich nicht entzündet haben, weiterhin vorsichtig gehandhabt werden. Am besten fragt man jemanden, der sich gut mit Bernstein auskennt; z. B. einen Bernsteinhändler.

Auch noch gut zu wissen:
Die Chance, Phosphor statt Bernstein im Sommer zu finden, ist geringer als im Winter, weil der Phosphor sich bei über 20 Grad selbst entzündet und verbrennt. Im Winter ist die Gefahr also höher.

Warum kompliziert, wenn's auch einfach geht

Es gibt an den Stränden der Ostsee Muscheln, Schneckenhäuser und die sogenannten Hühnergötter. Letzteres sind Steine mit einem Loch, durch das man hindurchschauen kann. Wenn man sich dabei etwas wünscht, dann geht das in Erfüllung, so heißt es. Vielleicht sammelt man also lieber einfach diese schönen Dinge und wenn es unbedingt Bernstein sein soll, dann nimmt man an einer geführten Bernsteinwanderung teil.

*Alle Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Diese Informationen bieten eine allgemeine Informationsgrundlage. Im  Zweifelsfall empfehlen wir, eine entsprechende Fachstelle zu kontaktieren. Für Schäden, die durch miss­bräuchliche Ver­änderung der Daten durch Dritte ver­ursacht werden, wird keinerlei Gewähr­leistung übernommen.